Inklusion vor Ort (IVO): Studie zur Umsetzung von Inklusion als gemeinsame Aufgabe von Kindertageseinrichtungen und Frühförderung in Bayern

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Projektleitung:
Dr. Monika Wertfein, Dr. Claudia Wirts

Projektbearbeitung: Janina Wölfl

Kooperationsprojekt des IFP mit dem StMAS (Referat II.3 „Frühkindliche Bildung und Erziehung“ und Referat IV.4 „Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben“) sowie der Arbeitsstelle Frühförderung Bayern (pädagogische und medizinische Abteilung)


Die IVO-Studie

Die IVO-Studie untersucht die Rahmenbedingungen von Inklusion als gemeinsamer Aufgabe von Kindertageseinrichtungen und unterstützenden Strukturen in Bayern. Dabei steht insbesondere die Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen mit den Interdisziplinären Frühförderstellen (im Hinblick auf Kinder mit Behinderung) und den mobilen Heilpädagogischen Fachdiensten (im Hinblick auf Kinder mit Entwicklungsgefährdung, sog. „Risikokinder“) im Fokus.

Ziel des Projektes ist es, bewährte Strukturen und Konzepte von Kooperation im inklusiven Kontext als Anregung für alle Einrichtungen bekannt zu machen und gleichzeitig Motivationen und Hindernisse auf dem Weg zur Inklusion genauer zu beleuchten. Auf dieser empirischen Grundlage sollen Handlungsempfehlungen für die pädagogische Praxis, Fachberatung, Frühförderung, für Träger und Politik formuliert und interdisziplinär diskutiert werden.

Im Zentrum der IVO-Studie stehen folgende Fragen:

  • Was sind Gelingensbedingungen und wo liegen Hindernisse und Unterstützungsbedarfe auf dem Weg zur Inklusion?
  • Welche Bedeutung hat die interdisziplinäre Vernetzung für die Umsetzung von Inklusion in Kindertageseinrichtungen?
  • Wie gelingt die Kooperation der Kindertageseinrichtungen in Bayern insbesondere mit
    • den Interdisziplinären Frühförderstellen (IFF) und
    • den Mobilen Heilpädagogischen Fachdiensten (mHFD)?

Projektstand

Datenerhebung im Zeitraum Juni bis September 2016:

Drei Online-Befragungen zum Kita-Jahr 2015/16:

Kindertageseinrichtungen in Bayern (Kitas, N = 2.823)

Mobile Heilpädagogischen Fachdienste (mHFD, N = 15)

Interdisziplinäre Frühförderstellen (IFF, N = 98)

Telefoninterviews mit den mobilen Heilpädagogischen Fachdienste (N = 15)

Abschlussbericht der Kita-Befragung steht seit  Juli 2017 online zur Verfügung (Link einfügen). Eine barrierefreie Version ist aktuell in Arbeit und soll im August/September 2017 online veröffentlicht werden.

Der Vernetzungsbericht zu den Ergebnissen der Befragungen der Interdisziplinären Frühförderstellen und der mobilen Heilpädagogischen Fachdienste sowie der Zusammenschau aller Befragungen wird voraussichtlich Ende 2017 online veröffentlicht.

Ergebnisbericht der Kita-Befragung

Ende Juli 2017 erschien der Kita-Ergebnisbericht zur IVO-Studie:
IVO – Eine Studie zur Umsetzung von Inklusion als gemeinsame Aufgabe von Kindertageseinrichtungen und Frühförderung in Bayern – Kita-Ergebnisbericht

Erste Ergebnisse aus der Befragung der Interdisziplinären Frühförderstellen und der mobilen Heilpädagogischen Fachdienste in Bayern

Derzeit werden die Online-Befragungen der Interdisziplinären Frühförderstellen und der mobilen Heilpädagogischen Fachdienste in Bayern ausgewertet. Erste Ergebnisse zeigen die hohe Bedeutung und Qualität der Netzwerkarbeit mit den Kindertageseinrichtungen auch aus Sicht dieser Akteure.

  • Seitens der Kitaleitungen, die zusätzliche Leistungen zur Betreuung von Kindern mit Behinderung erhalten, wird ein hoher Beratungsbedarf zur Beantragung von Faktor 4,5+x (53%) und Eingliederungshilfe (42%) angegeben. Über den Faktor 4,5 fühlen sich hingegen 75% der betreffenden Kita-Leitungen ausreichend informiert. 70% der befragten interdisziplinären Frühförderstellen und 79% der mobilen Heilpädagogischen Fachdienste geben an, die Kitas zur Beantragung finanzieller Hilfen zu beraten.
     
  • Die befragten interdisziplinären Frühförderstellen und mobilen Heilpädagogischen Fachdienste sind zum Großteil (>85%) sehr zufrieden mit der Kooperation in den Kitas bezüglich der Aufgabenverteilung, dem Informationsaustausch, der respektvollen Zusammenarbeit und der Zielerreichung.
     
  • Eher selten (<33%) werden regelmäßige Reflexion über die Zusammenarbeit und Treffen sowie die Entwicklung gemeinsamer Angebote als zufriedenstellend betrachtet. Als Hindernisse für die Kooperation werden aus Sicht der IFF und mHFD v.a. fehlende zeitliche und räumliche Ressourcen, fehlende personelle Ressourcen auf Kita-Seite, sowie ein unterschiedliches Problemverständnis und Wissensdefizite bezüglich Kinder mit Behinderungen auf Kita-Seite genannt.

Der Vernetzungsbericht zu den Ergebnissen der Befragungen der Interdisziplinären Frühförderstellen und der mobilen Heilpädagogischen Fachdienste wird voraussichtlich Ende 2017 online veröffentlicht.

Staatsinstitut für Frühpädagogik

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