Systeme der Elementarerziehung und Professionalisierung in Europa

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Information in English

 
Projektteam

Pamela Oberhuemer (IFP, Projektleitung)

Dr. Inge Schreyer (IFP)
Tel. 0 89-99825 -1940, E-Mail: inge.schreyer@ifp.bayern.de  

Dr. Michelle Neuman, International Early Childhood Specialist, Washington DC (externe Mitarbeit)
E-Mail: michelleneuman@yahoo.com

Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Projektanlass

Elementarbildung und Kindertagesbetreuung genießen in Deutschland in letzter Zeit einen hohen politischen Stellenwert. Wie in vielen anderen europäischen Ländern ist die Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte, die in elementarpädagogischen Tageseinrichtungen arbeiten, gerade im Kontext des Ausbaus von Kindertageseinrichtungen ein wichtiger Qualitätsaspekt. Im OECD-Bericht Starting Strong II (2006) über frühpädagogische Bildung, Erziehung und Betreuung in 20 Ländern wird das Personal von Kindertageseinrichtungen als Schlüssel zu guter Qualität angesehen. Experten in Ausbildung, Administration, Forschung und Praxis interessieren sich immer mehr für die Strategien und Ansätze in anderen europäischen Ländern. Allerdings gibt es bislang nur wenig Forschungsarbeiten mit einem europäisch vergleichenden Fokus auf Ausbildungsprofile und Professionalisierungsstrategien.

Projektziele und Forschungsfragen

Wer arbeitet in frühpädagogischen Tageseinrichtungen? Welche Ausbildungsgänge sind erforderlich für Kernfachkräfte, Einrichtungsleitungen und Ergänzungskräfte? Welche Ähnlichkeiten und Unterschiede hinsichtlich der Berufsprofile gibt es in den jeweiligen Ländern? Welche Fortbildungsmöglichkeiten haben die frühpädagogischen Fachkräfte? Wie sehen die Arbeitsbedingungen im Hinblick auf Status, Bezahlung, Gender und Vielfalt aus? Das Projekt seepro (Systeme der Elementarerziehung und Professionalisierung in Europa) am Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) in München versucht, solche Fragen zu beantworten.

Die wichtigsten Ziele dabei sind:

  • Daten über die Berufsprofile von Kernfachkräften in frühpädagogischen Tageseinrichtungen zu sammeln, systematisieren und auszuwerten;
  • diese Profile und Ausbildungsmuster im jeweils landesspezifischen Kontext von geschichtlichem Hintergrund, demographischen Trends, Strukturen des frühpädagogischen Systems und den Herausforderungen an die Fachkräfte zu betrachten.

Das Projekt, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird, richtet seinen Fokus in erster Linie auf die Berufsprofile der neueren EU-Mitgliedstaaten - Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Rumänien, Slowenien, Slowakische Republik, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern. Internationale Vergleichsstudien haben den Kita-Systemen in diesen Ländern, die gerade in den letzten Jahren sehr viele Änderungen durchlaufen haben, bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Das Projekt leitet sich ab von einer früheren IFP-Studie in den damaligen EU-15 Staaten (Oberhuemer & Ulich, 1997) und aktualisiert auch die Daten dieser Länder: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden, Spanien und das Vereinigte Königreich.

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Forschungsansatz und Arbeitsschritte

Ein Netzwerk von Kooperationspartnern an Universitäten und Fachinstituten in 27 Ländern unterstützte die Arbeit des Projektteams:

  • Belgien: University of Ghent - Resource and Research Centre for Early Childhood Care and Education
  • Bulgarien: University of Sofia, Department of Pre-School Education
  • Dänemark: VIA University College, Pædagoguddanelsen JYDSK 
  • Estland: University of Tallinn, Faculty of Early Childhood Education, Tallinn
  • Finnland: University of Helsinki, Department of Applied Science of Education
  • Frankreich: Université Paris-Nord
  • Griechenland: Aristotle University of Thessaloniki, Department of Early Childhood Education
  • Irland: Department of Education and Science, Early Childhood Policy Unit
  • Italien: University of Milan Bicocca, Milano
  • Lettland: Centre for Education Initiatives, Jekabpils
  • Litauen: Centre for Innovative Education, Vilnius
  • Luxemburg: University of Luxembourg, Faculty of Education, Walferdange
  • Malta: University of Malta, Department of Primary Education
  • Niederlande: Free University of Amsterdam, Faculty of Psychology and Education
  • Österreich: Bundes-Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik Klagenfurt
  • Polen: University of Warsaw, Faculty of Education
  • Portugal: Childhood Association (Associação Criança), Braga
  • Rumänien: University of Bucharest, Department of Preschool Pedagogy
  • Schweden: University of Göteborg, Department of Education, Göteborg
  • Slowakische Republik: Comenius University, Faculty of Philosophy, Bratislava
  • Slowenien: Educational Research Institute, Ljubljana
  • Spanien: Children in Europe (Infância Europa), Barcelona
  • Tschechische Republik: Masaryk University, Faculty of Arts, Brno
  • Ungarn: National Institute for Social Policy and Labour, Budapest
  •  Vereinigtes Königreich: Institute of Education, University of London
  • Zypern: University of Cyprus, Department of Education, Early Childhood Program, Nicosia

 

Landesspezifische Expertenberichte (commissioned reports), die speziell für dieses Projekt angefertigt wurden, gaben dem Projektteam die notwendigen Grunddaten, um gezielte und kontextbezogene Gespräche mit wesentlichen Akteuren des jeweiligen Systems führen zu können.

Einige der individuellen, englischsprachigen Expertenberichte können hier  angesehen werden:


Forschungsbesuche

Während fünftägiger Forschungsbesuche in den zwölf neueren EU-Ländern wurde eine Reihe von Entscheidungsträgern, Fachwissenschaftlern, Ausbildungs- und Hochschullehrkräften und Praxisvertreterinnen im Bereich der Frühpädagogik interviewt. Bereits die frühere IFP-Studie (1997) betonte die Wichtigkeit von persönlichen Interviews und Einrichtungsbesuchen nicht nur für die Relevanz der Daten, sondern auch im Hinblick auf deren Interpretation.

Auswertung und Dokumentation

Professionsprofile in EU-Staaten (Stand: August 2009)

Fachpersonal in Kindertageseinrichtungen der Europäischen Union: Ausbildungen und Arbeitsfelder (PDF-Dokument, 730 KB)

 

Die Projektergebnisse erscheinen in der folgenden Buchpublikation: 

Seepro De Web

Pamela Oberhuemer/Inge Schreyer (2010). Kita-Fachpersonal in Europa. Ausbildungen und Professionsprofile. Opladen und Farmington Hills, MI: Barbara Budrich.
522 S., 49,90 € (D), 51,30 € (A), 77,90 SFr. ISBN 978-3-86649-248-6

In einem europäischen Kontext der rasanten Ausweitung frühkindlicher Bildungs- und Betreuungsangebote stellt sich die Qualitätsfrage immer dringlicher. Das pädagogische Fachpersonal ist dabei ein Schlüsselfaktor. Wer arbeitet in frühpädagogischen Tageseinrichtungen in den 27 Ländern der Europäischen Union? Wie sehen die Qua-lifikationsanforderungen aus? Welche Ausbildung haben Gruppen- und Einrichtungsleitung? Sind die Professionsprofile vergleichbar? Welche Möglichkeiten der professionellen Weiterentwicklung werden angeboten? Vor welchen aktuellen beruflichen Herausforderungen stehen die Pädagoginnen und Pädagogen? Das Projekt SEEPRO (Systeme der Elementarerziehung und Professionalisierung in Europa) am Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) in München, das durch das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde, ist diesen Fragen nachgegangen. Dieses Buch stellt die Projektergebnisse vor.

Teil I: Kita-Systeme und Professionalisierungskonzepte – 27 Länderprofile
Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern. Die Länderprofile sind in drei Abschnitten strukturiert:
Das Kita System im Kontext: Geschichte der Einrichtungsentwicklung; demographische Trends mit Implikationen für die Kindertagesbetreuung; Erwerbstätigkeit von Frauen mit Kindern; Erziehungszeit und familienunterstützende Leistungen; Zuständigkeiten im Kita-System; aktuelle Fragen, Entwicklungen, Herausforderungen
Kita Profile und weitere Angebotsformen: Versorgungslage und Besuchsquoten; Angebotsprofile; Bildungsprogramm; inklusive Bildung/Erziehung; Elternbeteiligung; Übergang in die Grundschule; Entwicklungsdokumentation; Qualitätsmanagement
Fachpersonal - Ausbildungen und Arbeitsfelder: Professionsprofile; Ausbildungen der Kita-Fachkräfte; Fort- und Weiterbildung; aktuelle Personalfragen.

Teil II. Ausbildungen und Professionsprofile: länderübergreifende Perspektiven
Thematisiert werden u.a.: formale Aspekte und Art der Ausbildungen; Fort- und Weiterbildung; Personal-Kind-Relation; Personal in der Kindertagespflege und in schulergänzenden Bildungs- und Betreuungsangeboten; Männer als Kita-Fachkräfte; Gehalt und Status des frühpädagogischen Personals.

Anhang: Kooperationspartner in den 27 EU-Ländern – Frühere IFP-Studie in der EU15

 
Folgende Buchkapitel und Zeitschriftenbeiträge beziehen sich auf ausgewählte Ergebnisse des Projektes:

Oberhuemer, P. (2008). Professionalisierung als System? Blicke in europäische Landschaften. In H. von Balluseck (Hrsg.). Professionalisierung der Frühpädagogik: Perspektiven, Entwicklungen, Herausforderungen (pp. 51-61). Opladen: Barbara Budrich.

Oberhuemer, P. (2008). Eine gemeinsame Ausbildung für den Elementar- und Primarbereich? Konzepte im europäischen Vergleich. In U. Carle, & B. Daiber (Hrsg.), Entwicklungslinien der Grundschulpädagogik: Vol. 6. Das Kind im Blick. Eine gemeinsame Ausbildung für den Elementarbereich und die Grundschule (pp. 16–27). Baltmannsweiler: Schneider-Verlag Hohengehren.

Oberhuemer, P. (2008). Who is an early years professional? Reflections on policy diversity in Europe. In L. Miller, & C. Cable (Eds.). Professionalism in the early years (pp. 131–141). London: Hodder Arnold.

Oberhuemer, P. & Schreyer, I. (2008). Profis ja, aber welche? Kinder in Europa, 15, 10-13.

Oberhuemer, P. & Schreyer, I. (2008). What professional? Children in Europe, 15, 9-12.

Staatsinstitut für Frühpädagogik

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