Alltagsintegrierte Sprachbildung und -diagnostik in Kitas

Formative Prozessevaluation der Bund-Länder-Initiative Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS-E1)

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Projektlaufzeit: 2015 – 2017

Projektleitung: Prof. Dr. Fabienne Becker-Stoll, Dr. Claudia Wirts

Projektteam: Dr. Erik Danay, Sina Fischer, Susanne Reichl, Nesiré Schauland

Kontakt: Evaluation.BISS@ifp.bayern.de

Projektanlass

Nationale und internationale Befunde zeigen, dass ein sprachunterstützendes Interaktionsverhalten im Kita-Alltag die sprachlichen Kompetenzen von Kindern maßgeblich positiv beeinflussen kann. Einige Studien weisen jedoch darauf hin, dass es hinsichtlich lernunterstützender Alltagsinteraktionen in Kindertageseinrichtungen einen großen Entwicklungsbedarf in Deutschland gibt (Wildgruber, Wirts & Wertfein, 2014; Kammermeyer, Roux & Stuck, 2013; Suchodoletz, Fäsche, Gunzenhauser & Hamre, in Druck). Mit dem Modul „Gezielte alltagsintegrierte Sprachbildung“ nimmt sich die Bund-Länder-Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) dieses Themas an. Durch die Fortbildung und Weiterqualifizierung der pädagogischen Fachkräfte im Hinblick auf gezielte alltagsintegrierte Sprachbildung versuchen die BiSS-Verbünde in den einzelnen Bundesländern, die sprachliche Lernunterstützung im Alltag der beteiligten Einrichtungen zu optimieren.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend werden BiSS-Verbünde, die sich der Optimierung alltagsintegrierter Sprachbildung im Elementarbereich widmen (Modul E1), durch das Staatsinstitut für Frühpädagogik im Rahmen der Studie „BiSS-E“ wissenschaftlich begleitet. Um die Verbünde bei der Implementierung alltagsintegrierter Sprachbildung unterstützen zu können, steht dabei die formative Prozessbegleitung im Fokus.

Projektziele und Forschungsfragen

Die formative Prozessevaluation des Moduls „Gezielte alltagsintegrierte Sprachbildung“ hat folgende Ziele:

a) Umsetzungsqualität ermitteln: Wie und welche der angestrebten Implementierungsziele der Verbünde werden bereits erfolgreich in die Praxis umgesetzt?

b) Bedingungsfaktoren für den Umsetzungserfolg identifizieren: Wodurch zeichnen sich besonders erfolgreiche Unterstützungsmodelle, Qualifizierungskonzepte oder Materialien aus und welche Rahmenbedingungen hängen mit dem Umsetzungserfolg zusammen?

c) Qualitätsentwicklung unterstützen: Gezielte Rückmeldungen auf Basis der Ergebnisse an die beteiligten Fachkräfte und Verbünde, die Zusammenstellung von erprobten Toolsets sowie die Entwicklung implementierungsunterstützender ergänzender Materialien auf Basis der Ergebnisse.

Projektkonzeption

Das Projekt ist für den Zeitraum von Januar/Februar 2015 bis Dezember 2017 geplant. In die formative Prozessevaluation sind BiSS-Verbünde aus Baden-Württemberg, Bayern und dem Saarland einbezogen.

Die Evaluation besteht aus folgenden Bausteinen:

1. Erfassung verbundspezifischer Implementierungsziele
Im Rahmen von Eingangsinterviews mit den Leitungen und Fachkräften jeder teilnehmenden Einrichtung sowie den jeweiligen Ansprechpartnern auf Verbundebene werden die individuellen Implementierungsziele und Qualifizierungsmethoden erfasst.

2. Erfassung der Umsetzungsqualität der Implementierungsziele
Die Umsetzungsqualität der angestrebten Ziele wird erhoben über:

  • Zeitreihenanalyse über drei Monate mithilfe von Tablet-gestützten Fragebögen zur Umsetzung der Implementierungsziele
  • Interaktionsbeobachtungen mit CLASS Pre-K (Pianta, La Paro & Hamre, 2008) in unterschiedlichen Alltagssituationen
  • Dokumentenanalyse der Beobachtungsinstrumente, die zur Dokumentation eingesetzt werden (sofern der Umgang mit Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren Implementierungsziel war)

3. Erfassung potenzieller Bedingungsfaktoren
Potenzielle Bedingungsfaktoren, die zum Gelingen der Implementierung beitragen bzw. sich erschwerend auswirken können, werden wie folgt erfasst:

  • strukturelle Rahmenbedingungen (z.B. Personalsituation, Gruppenzusammensetzung, Räumlichkeiten etc.) anhand von Fragebögen (Einrichtungs- und Fachkraftebene)
  • situative Bedingungsfaktoren (z.B. Krankenstand, Wetter, besondere Aktivitäten) über die Zeitreihenanalyse (Fachkraftebene)
  • Merkmale von Teamkulturen im Rahmen von Gruppendiskussionen (in einer Teilstichprobe auf Einrichtungsebene)
  • Inhalte und methodische Aspekte der Qualifizierungsmaßnahmen anhand von Interviews und Fragebögen (Verbundebene)

4. Qualitätsentwicklung
Basierend auf den Ergebnissen der verschiedenen Erhebungen soll die Qualitätsentwicklung in den Kitas unterstützt werden. Dazu gehört unter anderem, dass jede beteiligte Fachkraft individuelles Feedback über die beobachteten Interaktionen bezüglich der Dokumentenanalyse erhält. Auf Verbundebene werden anonymisierte Ergebnisse zur Umsetzungsqualität der Implementierungsziele und Bedingungsfaktoren rückgemeldet, damit die Qualifizierungskonzepte gezielt optimiert werden können.

Darüber hinaus sollen geeignete Maßnahmen zur Implementierungsunterstützung generiert werden. Angedacht ist die Zusammenstellung von Toolboxen mit bewährten Instrumenten bzw. Qualifizierungsbausteinen, sowie die Entwicklung von Materialien zur Transferunterstützung der Qualifizierungsinhalte (z.B. Filmbeispiele, Smertphone-/Tablet-Applikationen oder Handreichungen etc.) zu Aspekten alltagsintegrierter Sprachbildung, die sich in der Umsetzung als schwierig herauskristallisieren.

Wir haben uns mit dem Projekt „BiSS-E“ zum Ziel gesetzt, unsere Forschungsergebnisse direkt für handlungsunterstützende Empfehlungen und Materialen für die Optimierung von Qualifizierungskonzepten praxisnah nutzbar zu machen.


Projektförderung

Das Projekt wird gefördert durch das

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

im Rahmen der Bund-Länderinitiative „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS)

„Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Konferenz der Jugend- und Familienminister (JFMK) der Länder.

Weitere Informationen zur Bund-Länder-Initiative unter: www.biss-sprachbildung.de

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