Effect-li – Wirkung von Sprachförderung für mehrsprachige Kinder in Kindertageseinrichtungen auf die Erst- und Zweitsprache.

Systematisches Review und Metaanalyse

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Dr. Franziska Egert (IFP München)

Dr. Katarina Groth (DJI München)

Prof. Dr. Steffi Sachse (PH Heidelberg)

gefördert durch die Jacobs Foundation & Campbell Collaboration



Laufzeit: 2016 - 2018


1. Hintergrund

Ein Großteil der Kinder in Europa und Nordamerika wachsen mehrsprachig auf (Passel, 2011; Statistisches Bundesamt/Federal Statistics Office, 2010). Mehrsprachige Kinder und Erwachsene mit geringeren Sprachfähigkeiten in der Mehrheitssprache haben deutlich ungünstigere Startchancen in der Schule, schulische Probleme Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt und der Gesellschaft teilzuhaben (August & Shanahan, 2006; Stanat et al,. 2002). Oftmals unterscheiden sich die sprachlichen Fähigkeiten und Lernerfahrungen von mehrsprachigen Kindern deutlich von Monolingualen (Ballantyne, Sanderman, & McLaughlin, 2008). Häufig entstehen diese Unterschied aufgrund von nicht ausreichendem sprachlichen Input in den einzelnen Sprachen und sozioökonomischen Bedingungen (Reardon & Galindo, 2006; Dubowy, Ebert, von Maurice, & Weinert, 2008).

Während der Forschungsstand auf der einen Seite deutlich zeigt, dass Sprache eine Schlüsselkompetenz für die allgemeine kindliche Entwicklung und schulischen Erfolg ist, so ist auf der anderen Seite nur sehr wenig darüber bekannt, wie die Sprachentwicklung von mehrsprachigen Kinder im Vorschulalter durch den Besuch der Kindertageseinrichtung unterstützt werden kann. In den letzten Jahren wurden u.a. in Deutschland vermehrt Sprachförderprogramme in Kindertageseinrichtungen für mehrsprachige Kinder eingesetzt. Bislang fehlt es allerdings an einer systematischen Untersuchung und Gegenüberstellung der Wirkung von unterschiedlichen Sprachfördermaßnahmen für mehrsprachige Kinder auf die Sprachentwicklung in Erst- und Zweitsprache.

2. Ziel der Untersuchung

Im Rahmen des internationalen Systematischen Reviews wird eine Übersicht über evaluierte Sprachfördermaßnamen für mehrsprachige Kinder erstellt und die Studienqualität eingeschätzt.

Die Metaanalyse untersucht die Wirkung von Sprachförderung im Allgemeinen und die der einzelnen Intervention auf die Entwicklung in Erst- und Zweitsprache. Zu den Sprachfördermaßnahmen zählen alle Ansätze, die im Kindertageseinrichtungen praktiziert werden (u.a. Kleingruppenförderung, Trainingsprogramme, alltagsintegrierte Förderung, Dialogisches Lesen, Immersionsprogramme)

Durch Moderatoren- und Subgruppenanalysen wird der Einfluss des Sprachförderansatzes und der Umsetzungsqualität auf die Effekthöhe untersucht.

3. Methode

a. Literatursuche

Es erfolgt eine systematische Literatursuche in englisch- und deutschsprachigen elektronischen Datenbanken (wie. z.B. ERIC, PSYCINFO, PROQUEST). Weiter erfolgt eine manuelle Suche in Zeitschriften und Konferenzprogrammen.

b. Einschlusskriterien für die Metaanalyse

  • Es werden Zeitschriftenartikel, Konferenzbeiträge (Folien), unveröffentlichte Forschungsberichte sowie Bachelor- und Masterarbeiten in die Untersuchung aufgenommen.
  • Die Interventionsstudien müssen die Wirkung von Sprachfördermaßnahmen für mehrsprachige Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren in Kindertageseinrichtungen analysieren.
  • Eingeschlossen werden (quasi–)experimentelle Studien mit mindestens 10 Teilnehmern pro Gruppe (Kontroll- und Experimentgruppe).
  • Die Studien können in Deutsch oder English verfasst sein.

c. Kodierung

Die systematische Literatursuche, Bewertung der Studien und inhaltliche Kodierung erfolgt durch zwei unabhängige Reviewer. Dabei wird ein mehrstufiger Prozess mit (a) Titel- und Abstractscreening, (b) Bewertung der Studienqualität und (c) Inhaltliche Analyse zur Sprachfördermaßnahme und Umsetzungsqualität verwendet.

4. Call for Papers

Wir würden Sie gerne dazu auffordern, uns relevante Studien, Präsentationen oder Kurzbeschreibungen von aktuellen Untersuchungen, die mit dem Thema “Wirkung von Sprachförderung für mehrsprachige Kinder in Kitas“ zu tun haben, zuzusenden.
Bitte senden Sie eine E-Mail an: franziska.egert@ifp.bayern.de
 

Staatsinstitut für Frühpädagogik

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