Lesepatenschaften

Praxisbeispiel Sprache und Literacy

Dieses Praxisbeispiel wurde uns von der Sprachberaterin Petra Weiherer-Griesbeck zur Verfügung gestellt.

Bearbeitung im IFP: Dr. Jutta Lehmann (2010)

Um was geht es?

Zur Stärkung der Sprachkompetenz der Kinder werden ehrenamtliche LesepatInnen für die Kindertageseinrichtungen eingesetzt.

Wie kam es zu dieser Bildungsaktivität?

Bei meiner Tätigkeit als Sprachberaterin stellte ich immer wieder fest, dass das dialogische Lesen mit kleinen Gruppen in den Einrichtungen aufgrund von Zeit und Personalmangel kaum praktiziert wird.  Manche Einrichtungen hatten zwar schon Lesepaten, es existierte aber keine Vernetzung und jede Einrichtung organisierte das Vorlesen für sich.

Welche Bildungsbereiche berührt das Praxisbeispiel insbesondere?

  • Sprache und Literacy
  • Informations- und Kommunikationstechnik, Medien
  • Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte

Welche Kompetenzen der Kinder werden insbesondere gestärkt?

  • Sprachliche Kompetenzen: Wortschatzerweiterung, Grammatikerwerb, Erfassen der Struktur der Sprache, Erwerb der Prosodie der Sprache
  • Medienkompetenzen: Kenntnis einer Vielfalt von Büchern, Kenntnisse im Umgang mit Büchern
  • Soziale Kompetenzen

Welche Ziele verfolgt das Praxisbeispiel?

Für die Kinder

  • Wertschätzung der Familiensprache durch muttersprachliche LesepatInnen
  • Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache
  • Schaffen von Sprechanlässen durch viele interessante Bücher und Geschichten

Für die Einrichtung

  • Zusammenführen von Generationen in der Kindertageseinrichtung
  • Kooperation mit Ehrenamtlichen, Freiwilligenagentur
  • Ergänzung und Bereicherung der pädagogischen Arbeit

Für welche Zielgruppe ist das Praxisbeispiel gedacht?

Das Praxisbeispiel ist in allen Kindertageseinrichtungen (Krippen, Kindergärten, Horten) durchführbar.

Ablauf des Projektes „LesepatInnen“ im Landkreis Regensburg:

  • Die Fachberatung (zugleich auch Sprachberatung) startet eine Umfrage bei den Kindertageseinrichtungen im Landkreis nach ihrem Interesse an LesepatInnen.
  • Die Kindertageseinrichtungen können sich entweder selbst LesepatInnen suchen oder werden durch die Freiwilligenagentur bei der Suche unterstützt.
  • Die Freiwilligenagentur sucht Ehrenamtliche, die als LesepatInnen in Kindertageseinrichtungen tätig werden wollen, über Gemeindeblätter und Plakate in den Einrichtungen und örtlichen Büchereien.
  • Diese LesepatInnen werden von Sprachberaterinnen mittels Schulungen für ihre Aufgabe qualifiziert.
  • Die LesepatInnen werden durch die Freiwilligenagentur an die Einrichtungen „vermittelt“ und begleitet.

Materialien

Wo ist die Weiterführung des Praxisbeispiels geplant, bzw. zum Teil schon umgesetzt

  • Anschaffung einer Bücherschatzkiste, die von Einrichtung zu Einrichtung wandert
  • Treffen der LesepatInnen zum Austausch und Information in der Woche des bürgerschaftlichen Engagements
  • Begleitung eines Lesepaten durch den örtlichen Fernsehsender TVA in der Woche des bürgerschaftlichen Engagements und Bericht darüber.
  • Abfrage der Einrichtungen und LesepatInnen zur Zufriedenheit und zum bisherigen Verlauf
  • Eine weitere Schulung von Lesepaten wird im Herbst 2010 stattfinden.

Wie können die Eltern und Familien sowie evtl. weitere Kooperationspartner beteiligt werden?

Im Landkreis Regensburg ist dieses Projekt durch die Kooperation und Vernetzung von Kreisjugendamt (Aufsichtsbehörde der Kitas), der Sprachberatung, der Freiwilligenagentur (Stelle im Landratsamt), der Volkshochschule für den Landkreis und der Integrationsstelle im Kreisjugendamt entstanden. Es könnten auch Bibliothek und Buchhandlungen beteiligt werden, indem sie themenbezogene Bücherpakete bereitstellen.

Staatsinstitut für Frühpädagogik

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