Bayerische Horte:
Bildungsorte mit Zukunft

Bayerischer Hortkongress am 10.06.2021

- Online-Veranstaltung -

Veranstalter: Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales

Inhaltliche Planung: Dr. Andreas Wildgruber & Sina Fischer, IFP

Organisation: Christine Beukemann, IFP und Kolleg/innen des IFP

Moderation: Dr. Julia Berkič, IFP

Bild Hortkongress 2021

Über 90.000 Schulkinder besuchen derzeit in Bayern einen Hort. Die Zahl der Hortplätze und die Beteiligungsquote sind im letzten Jahrzehnt gestiegen und mit dem geplanten „Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für alle Kinder im Grundschulalter“ ab 2025 ist ein weiterer Ausbau der Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder in diesem Alter zu erwarten. Es zeigen sich auch neue fachliche Entwicklungen, insbesondere Kombieinrichtungen bzw. Einrichtungen der Kooperativen Ganztagsbildung gelten als zukunftsträchtige Modelle in Bayern. Sie setzen den sozialpädagogischen Qualitätsanspruch der Horte um.

Horte haben also Zukunft und wir werden in diesem Fachkongress Aspekte aufgreifen, die Sie im Rahmen der Hortleitungsbefragung und wir vom IFP als wichtige Themen der Zukunft ansehen.

Die Tagung wird online über das Videokonferenzsystem Webex Meetings durchgeführt. Sie benötigen zur Teilnahme

  • einen Computer oder ein Tablet mit (integriertem) Lautsprecher / Kopfhörer und Kamera. Die Lautsprecher oder Kopfhörer mit Sprechfunktion ermöglichen Ihnen, die Beiträge der anderen Teilnehmenden zu hören und selbst Sprachbeiträge einbringen zu können. Mithilfe der Kamera können die anderen Sie sehen, was zur Teilnahme aber nicht zwingend notwendig ist.
     
  • eine stabile Internetverbindung.

Sie werden zur Unterstützung technische Informationen im Vorfeld sowie in Form einer technischen Hotline am Tag der Veranstaltung erhalten.

Programm

09:30 – 09:55 Uhr

Eröffnung und kurze technische Einführung
Grußwort von Carolina Trautner, Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales
Begrüßung und inhaltliche Einführung durch Prof. Dr. Fabienne Becker-Stoll, Direktorin des Staatinstituts für Frühpädagogik

09:55 – 10:15 Uhr

Filmbeitrag des IFP: „Perspektiven von Kindern auf Hortqualität“ (Arbeitstitel)
Improtheater RatzFatz, Münster

10:15 – 11:05 Uhr: Fachvortrag

Prof. Dr. Thomas Rauschenbach (DJI): Der Hort im System der Ganztagsangebote – jüngere Entwicklungen, aktuelle Perspektiven

11:05 – 11:30 Uhr: Pause mit Angebot zur gezielten Bewegung

11:30 – 12:30 Uhr: Fachforen Phase 1

12:30 – 13:30 Uhr: Mittagspause

13:30 – 14:00 Uhr: Fachvortrag

Hans-Jürgen Dunkl (StMAS) & Michael Rißmann (StMUK): Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz – Auswirkungen für Bayern (Link zum Abstract)

14:00 – 14:15 Uhr: Pause mit Angebot zur gezielten Bewegung

14:15 – 15:15 Uhr: Fachforen Phase 2

15:15 – 15:30 Uhr:  Pause

15:30 – 15:45  Uhr: Kultureller Beitrag

Kinder des Kinderhauses St. Johannes Niederndorf

15:45 – 16:05 Uhr: Fachvortrag

Dr. Andreas Wildgruber (IFP): Thesen zur Qualität der Horte heute und morgen (Link zum Abstract)

16:05 – 16:30 Uhr:

Künstlerische Zusammenfassung des Tages durch das Improtheater RatzFatz
Abschluss, Ausblick
 

Hier können Sie die Abstracts der Hauptvorträge und Foren als Abstractband herunter laden.


Aus folgenden zwölf Foren können Sie im Anmeldeprozess zwei auswählen:

Forum 1 - Bildung für nachhaltige Entwicklung im Hort – Ideen aus der Praxis (Carmen Günnewig, LBV Ökokids; Moderation: Dagmar Winterhalter, IFP)

Der Begriff Nachhaltigkeit ist in aller Munde und breitet sich auf alle Bildungsbereiche aus. Auch Horte sind gute Orte, an denen Grundschülern das Handwerkszeug für ein nachhaltiges Leben und Handeln vermitteln werden kann. Von Ernährung über Energiesparen bis zur Beschaffung kann Schritt für Schritt eine Welt für ihre Zukunft mitgestaltet werden. Beispiele aus dem Projekt ÖkoKids zeigen auf, wie vielfältig man sich diesem Thema zusammen mit den Schülern nähern und umsetzen kann. Daraus ergeben sich weitere Themen und Anregungen für die eigene Arbeit.

Carmen Günnewig, Diplom Biologin und Umweltpädagogin, seit über 20 Jahren beim Landesbund für Vogelschutz Referat Umweltbildung/Bildung für nachhaltige Entwicklung beschäftigt, Projektleitung ÖkoKids

Forum 2 - Erfolgreiche Konzeptionsentwicklung in Horten leicht gemacht (Dr. Jutta Lehmann, IFP)

Zu den unverzichtbaren Maßnahmen, die pädagogische Qualität in Kindertageseinrichtungen kontinuierlich sicherzustellen und weiterzuentwickeln, zählen die Entwicklung und der Einsatz einer pädagogischen Konzeption als Grundlage für die Erfüllung des Bildungs- und Erziehungsauftrags.

Um die bayerischen Kindertageseinrichtungen bei ihrer Aufgabe der Konzeptionsentwicklung zu unterstützen, wurde am IFP ein Orientierungsrahmen für das Praxisfeld Kita erstellt.

Diese fachliche Grundlage wird im Forum vorgestellt und im Austausch erörtert, wie diese speziell in Horten zum Einsatz kommen kann.

Dr. Jutta Lehmann, Wissenschaftliche Referentin am IFP, Themenschwerpunkte Redaktion Online-Familienhandbuch, Pädagogische Qualitätsbegleitung, Konzeptions(weiter-)entwicklung sowie Medienbildung in Kindertageseinrichtungen; viele Jahre Erfahrung als Erzieherin und Leitung in Kita und Hort, als Fachberatung sowie als Fortbildungsreferentin

Forum 3 - Feinfühligkeit in der Interaktion mit Kindern im Grundschulalter (Dr. Julia Berkič & Fabienne Hartig, IFP)

Eine vertrauensvolle Beziehung zum Kind ist die wichtigste Voraussetzung, um Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Hierfür ist es wichtig, die emotionalen Grundbedürfnisse von Kindern zu kennen und so gut wie möglich zu erfüllen. Ergebnissen der Bindungsforschung zu Folge ist ein feinfühliger Umgang mit den kindlichen Bedürfnissen der beste Weg, eine vertrauensvolle Beziehung zum Kind aufzubauen und aufrechtzuerhalten oder wieder herzustellen, wenn die Beziehung ins Ungleichgewicht geraten ist. Längsschnittstudien haben gezeigt, dass die positiven Auswirkungen von feinfühligem Elternverhalten, einer sicheren Bindung sowie unterstützenden Beziehungen zu pädagogischen Fachkräften und Lehrkräften bis weit ins Erwachsenenalter hinein nachweisbar sind.

In Kooperation mit dem BKK Landesverband Bayern führt das Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) seit 2019 eine Aktion zur „Förderung der Feinfühligkeit von Eltern und PädagogInnen in der Interaktion mit Kindern im Grundschulalter“ durch.

In dem angebotenen Forum werden die Inhalte der Aktion dargestellt (Workshop oder Elternabend in Hort/Grundschule) und eine exemplarische Übung interaktiv in Kleingruppen durchgeführt.

Dr. Julia Berkič; Diplom Psychologin; seit 2008 wissenschaftliche Referentin am Staatsinstitut für Frühpädagogik; aktuelle Arbeitsschwerpunkte: Bindungstheorie und -forschung, Zusammenspiel von familiärer und institutioneller Sozialisation in der frühen Kindheit, Feinfühligkeit von Eltern und Fachkräften, pädagogische Qualitätsbegleitung

Fabienne Hartig; Bildungswissenschaftlerin und Erzieherin; seit 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Staatinstitut für Frühpädagogik; aktuelle Arbeitsschwerpunkte: Lernen mit digitalen Medien, Qualität in Kindertageseinrichtungen, Feinfühligkeit von Eltern und Fachkräften

Forum 4 - Freizeit im Hort gestalten – Ziele und Praxis (Dr. Andreas Wildgruber / Eva Reichert-Garschhammer, IFP & 2 Horte)

Die Hortleitungsbefragung hat gezeigt: Freizeitpädagogik ist ein Thema zu dem sich viele Hortleitungen für ihre Teams Fortbildungen wünschen.

Ziele sind der Ausgangspunkt für jede Überlegung zum richtigen Weg dorthin. Was sind die Ziele von Freizeit und deren Gestaltung im Hort? Dass Kinder ihre aktuellen Bedürfnisse z.B. nach Bewegung oder Rückzug leben können? Dass Kinder „sinnvolle Freizeitgestaltung“ lernen – und was ist dann sinnvoll?

Und welche Rollen und Aufgaben haben dann die pädagogischen Fachkräfte? Wie wird das didaktisch umgesetzt?

Sollen Kinder die Zeit jenseits von Hausaufgaben und Mittagessen frei und im Augenblick lebend gestalten können, frei von gezielten, angeleiteten/moderierten Aktivitäten? Oder soll es in dieser Zeit auch solche gezielten Aktivitäten geben? Wenn ja, orientieren sich diese an den von den Kindern geäußerten Interessen und Bedürfnissen? Oder sollen Kinder auch über den Tellerrand schauen können, noch unbekannte Stärken entdecken, …? Brauchen unterschiedliche Kinder da Unterschiedliches und wie komme ich als Fachkraft dann zu einer guten Freizeitpädagogik? Welche Rolle spielen Projekte und die Projektarbeit im Rahmen der Freizeitpädagogik und vor allem auch in den Ferienzeiten? 

Ausgehend von solchen grundsätzlichen Fragen stellen zwei Horte im Gespräch ihre freizeitpädagogische Praxis, z.B. in Ferienzeiten, und deren Hintergedanken dazu vor. Sie erhalten auch kurze Einblicke ins IFP-Positionspapier zur Projektarbeit. In Kleingruppen kann der Erfahrungsaustausch noch weiter vertieft werden. Reflektieren Sie in diesem interaktiven Forum Ihre eigene Praxis und lassen Sie sich anregen!

Dr. Andreas Wildgruber ist als Wissenschaftlicher Referent verantwortlich für den Arbeitsschwerpunkt „Qualität für Schulkinder in Tageseinrichtungen“ am Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP)

Eva Reichert-Garschhammer ist stellvertretende Direktorin des IFP und hat sich im Rahmen ihrer vielen Arbeitsschwerpunkte u.a. auch mit dem Thema Projektarbeit intensiver befasst.

N.N. Vertreter/in eines Hortes

N.N. Vertreter/in eines Hortes

Forum 5 - Gelingende Kooperation mit Horteltern – analog und digital (Dr. Sigrid Lorenz, IFP & Alexandra Lins, Medienfachberatung Oberpfalz)

Ein guter, vertrauensvoller Kontakt zwischen Hort und Eltern ist sehr wichtig – für Fachkräfte und Eltern und ganz besonders für die Kinder selbst. Ein persönlicher, täglicher Austausch ist jedoch häufig nicht möglich. Damit die Kooperation mit Eltern dennoch gelingt, braucht es sowohl ein klares Konzept als auch besonders vielfältige analoge und digitale Ideen.

In diesem Forum zeigen wir Ihnen ein Beispiel für ein in der Praxis wirksames Konzept der Kooperation, wir geben und diskutieren mit Ihnen verschiedene praxiserprobte und leicht umsetzbare Möglichkeiten um Eltern gut zu informieren und diese – und das ist uns in diesem Form besonders wichtig – aktiv einzubeziehen. In Präsenz wie digital. Auch die Erfahrungen, Überlegungen und Tipps der Teilnehmenden werden als Bereicherung für alle in verschiedenen Austauschformen ihren Platz finden.

Dr. Sigrid Lorenz, Dipl. Soziologin, ist wissenschaftliche Referentin am Staatsinstitut für Frühpädagogik. Zu ihren aktuellen Arbeitsschwerpunkten zählen die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern, digitale Medien in der Kita und Befragungen von Fachkräften und Kita-Kindern.

Alexandra Lins, Dipl. Sozialpädagogin und Medienpädagogin, arbeitet als Medienfachberaterin und Mediencoach. Ihr ist es wichtig, Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und pädagogischen Fachkräften zu fördern und gelungene medienpädagogische Projekte zu entwickeln.

Forum 6 - Inklusion mit Schulkindern in Kitas stärken – Chancen und aktuelle Hindernisse (Dr. Claudia Wirts, IFP & Brigitte Johanna Will, Beratung & Coaching für Kitas in Bayern)

Inklusion ist mehr denn je eine (Zukunfts-)Aufgabe in Bildungseinrichtungen für Schulkinder. Sie zielt auf Bildungsgerechtigkeit und verknüpft den Anspruch auf Wertschätzung von Vielfalt mit dem Erkennen und Abbauen von individuellen und strukturellen Bildungsbarrieren. Das Risiko, mit ungleichen Chancen für Bildung konfrontiert zu sein, haben gegenwärtig insbesondere Schulkinder mit einer Behinderung, aber auch Kinder aus Armutslagen, Kinder aus Migrantenfamilien und mit Fluchterfahrung. In diesem Forum Inklusion liegt der Fokus auf Schulkindern mit einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung in Bildungseinrichtungen. Wie gelingt eine inklusive Haltung bei Schulkindern, Eltern, Kitas, Schulen und weiteren Unterstützungssystemen? Welche Netzwerke sind erforderlich? Wie funktioniert eine gute Zusammenarbeit zwischen Schulkind und seiner Familie, Kitas und Schulen sowie weiteren Unterstützungssystemen, z.B. Therapeut*innen, Ärzt*innen, Kostenträgern und Inklusionsfachkräften?

Es geht um einen gemeinsamen Austausch der Teilnehmer*innen über ihre Praxiserfahrungen in der Umsetzung von Inklusion. Wir möchten gemeinsam Praxisbeispiele sammeln, aber auch Herausforderungen und Probleme in den Blick nehmen.  Zusätzlich werden Ergebnisse aus aktuellen Forschungsprojekten (IVO-Studie und Hort-Studie des IFP) sowie Ideen für eine gelingende inklusive Praxis vorgestellt.

Wir möchten mit dem Forum Mut machen, sich auf den Weg zu begeben, und die praktische Umsetzung von Inklusion vor Ort voranzubringen.

Dr. Claudia Wirts, Sonderpädagogin/ Sprachheilpädagogin (M.A.), ist seit 2007 als wissenschaftliche Referentin am Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) in München mit den Schwerpunktbereichen Fachkraft-Kind-Interaktionen, sprachliche Bildung und  Inklusion tätig.

Brigitte Johanna Will, Dipl. Soz.päd., Betriebswirtin Sozialwesen bietet mit ihrem Unternehmen Beratung und Coaching für Kitas in Bayern mit dem Fokus auf vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung, Partizipation, Kinderschutz, Konzeptionsentwicklung und Inklusion: www.kitasinbayern.de

Forum 7 - Kinder wissen was sie brauchen und tun – Hausaufgabenbegleitung neu gedacht (Andrea Schuster, IFP & Barbara Baur, Kinderhort Jonathan Rosenheim)

Die Hausaufgabensituation ist in Tageseinrichtungen für Schulkinder ein wesentlicher Bestandteil des Alltags. Durch das Aufeinandertreffen der Interessen aller Beteiligten (Kinder, Eltern, päd. Fachkräften und Lehrkräften) erscheint der Gestaltungsspielraum für viele päd. Fachkräften hier klein und die Hausaufgaben werden als notwendiges, ungeliebtes Übel gesehen.

In diesem Workshop möchten wir Sie einladen, die Reset-Taste zu drücken und Hausaufgabenbegleitung neu zu denken – als pädagogisches Handlungsfeld, das die Bedürfnisse der Kinder aufgreift, partizipativ mit den Kindern gestaltet wird und am Ende mehr Freude für Kinder und päd. Fachkräfte beinhaltet.

Nach einem theoretischen Kurzimpuls und dem anschließenden Austausch in Kleingruppen wird Ihnen aus Sicht der Fachpraxis Mut gemacht. Im Rahmen des IFP Projektes „Weiterentwicklung der Hausaufgabenpraxis in Horten und Häusern für Kinder“ wurde die Hausaufgabensituation im Kinderhort Jonathan in Rosenheim von und gemeinsam mit den Kindern umstrukturiert. Wie das gefühlt Unmögliche möglich ist und welche positiven Effekte eine Veränderung mit sich bringt, erfahren Sie durch Einblicke in Vorüberlegungen und die tatsächliche Umsetzung.

Andrea Schuster, Pädagogin (M.A.), ist wissenschaftliche Referentin am Staatsinstitut für Frühpädagogik. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Hortpädagogik, Übergänge in Bildungseinrichtungen und sprachliche Bildung.

Barbara Baur, Erzieherin, Einrichtungsleitung Kinderhort Jonathan und Geschäftsführerin der Nachbarschaftshilfe Rosenheim KITA GmbH.

Forum 8 - Kooperative Ganztagsbildung – wie klappt das? (Claudia Mayer, Kooperative Ganztagsbildung Gustl-Bayerhammer-Straße, München; Moderation: Sina Fischer, IFP)

Die Kooperative Ganztagsbildung (KoGa) ist ein neues Bildungs- und Betreuungsformat, das von immer mehr Kommunen angesichts des geplanten Anspruchs auf einen Betreuungsplatz für Grundschulkinder ab 2025 ausgebaut wird. Sie will die Vorteile des Bildungsanspruchs des gebundenen Ganztags, Flexibilität und den sozialpädagogischen Qualitätsanspruch der Horte sowie deren umfassende Betreuungszeiten partnerschaftlich in einem Modell vereinbaren.

Was steckt näher dahinter? Wie kann es gelingen? Welche Rahmenbedingungen sind förderlich? Welche besonderen Problematiken und Herausforderungen zeigen sich im Alltag? Hat der Hort damit ausgedient? Verändert sich damit unser Blick auf „Schule“? Welche Chancen für Kinder- und Jugendarbeit sind möglich? Wie begegnen sich Schule und KoGa-Partner und wie kann ein partnerschaftliches Miteinander auf Augenhöhe gestaltet werden?

Diesen Fragen wollen wir u.a. in diesem Forum nachgehen, in dem das Projekt des KoGa in einer Münchner Grundschule vorgestellt wird, das seit 2019 durch den KJR München-Stadt betrieben wird. Neben spannendem Input zum Konzept des KoGas und zu Erfahrungen aus erster Hand wird es auch genug Zeit für Austausch und Fragen geben.

Claudia Mayer, Dipl. Soz.Päd (FH) und Erzieherin, seit 2005 Mitarbeiterin des Kreisjugendring München-Stadt. Bevor ich den KoGa 2019 als Projektleitung im Auftrag meines Trägers übernahm, arbeitete ich 14 Jahre als Einrichtungsleitung eines Hauses für Kinder (Kiga und Hort).

Sina Fischer, Pädagogin (MA) und Erzieherin, seit 2015 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am IFP

Forum 9 - Medienprojekte im Hort – wie kann das gelingen? (Klaus Lutz, Parabol & Nina Trautmann, Hort St. Johannes, Herzogenaurach)

Für Kinder im Grundschulalter sind Medien meist schon ein fester Bestandteil ihres Alltags. Auch wenn sie selbst meist noch kein eigenes Handy oder Tablet besitzen, sind sie schon vertraut mit der Nutzung solcher Geräte und können auch gezielt Inhalte suchen und benennen, die ihre Interessen widerspiegeln. Auch das Thema Computerspiele rückt immer stärker in den Fokus ihrer selbstgewählten Freizeitbeschäftigungen. Vor allem Jungen fühlen sich von den Abenteuern, die es in Computerspielen zu bestehen gilt, sehr angezogen.

Nicht selten suchen Eltern den Rat von pädagogischen Fachkräften, wie man mit dem immer größeren Wunsch der Kinder nach Mediennutzungszeiten umgehen kann und welche Inhalte für diese Altersgruppe gut geeignet oder problematischer Natur sind. Auch die Schule fordert jetzt immer stärker den Einsatz von Medien z.B. bei der Erarbeitung von Referaten oder der Verfestigung von Lesekompetenz.

In diesem Forum wollen wir uns damit beschäftigen, wie im Hort die Vermittlung von Medienkompetenz gelingen kann und welche Formen der aktiven Medienarbeit sich für den Hort besonders eigenen. Anhand von praktischen Beispielen aus dem Hort des kath. Kinderhauses St. Johannes in Herzogenaurach besteht auch die Möglichkeit des kollegialen Austauschs.

Klaus Lutz, Medienpädagoge, pädagogischer Leiter des Medienzentrums Parabol, Lehrbeauftragter an der Technischen Hochschule Georg-Simon in Nürnberg sowie Medienfachberater für den Bezirk Mittelfranken.

Nina Trautmann, Erzieherin und Sozialpädagogin, Hortleitung und stellv. Leitung des Kinderhaus St. Johannes in Herzogenaurach, welches am Modellversuch „Medienkompetenz in der Frühpädagogik stärken“ von 2018-2020 teilgenommen hat.

Forum 10 - Pädagogische Fachkraft für Grundschulkindbetreuung – was steckt hinter diesem Schulversuch? (Christine Hefer / Franziska Werner, StMUK & Theresa Vollath, ISB sowie Lehrkräfte der städtischen Fachschule für Grundschulkindbetreuung München)

Die angemessene Betreuung und Begleitung von Grundschulkindern ist eine herausfordernde Tätigkeit, die fachlicher Kenntnisse und Fähigkeiten bedarf. Gerade im Hinblick auf den ab 2025 geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter sind hierfür ausreichend Fachkräfte nötig. 

Um dem steigenden Fachkräftebedarf im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe sowie insbesondere im Bereich der Ganztagsbetreuung in Bayern gerecht zu werden, wird neben den Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung der Erzieherausbildung mit dem Schulversuch „Pädagogische Fachkraft für Grundschulkindbetreuung“ seit September 2019 ein weiterer Weg begangen, neue Zielgruppen für eine pädagogische Ausbildung zu erschließen und entsprechendes zusätzliches Fachpersonal auszubilden.

Mit dem Schulversuch soll überprüft werden, inwieweit eine neue Fachschul-Fachrichtung mit eigenem Berufsabschluss zur Gewinnung von pädagogischen Fachkräften im sozialpädagogischen Arbeitsfeld beitragen kann. Das Tätigkeitsfeld der „Pädagogischen Fachkraft für Grundschulkindbetreuung“ umfasst dabei Angebote an Grundschulen und Förderschulen (Grundstufe), wie z. B. einfache und verlängerte Mittagsbetreuung, offene sowie gebundene Ganztagsschulen, sowie Angebote der Kinder- und Jugendhilfe (Horte, Häuser für Kinder mit Gruppen für Kinder ab 6 Jahren oder altersgeöffnete Kindergärten).

Im Forum werden die grundsätzlichen Rahmenbedingungen und Zielsetzungen der neuen Ausbildung präsentiert. Als Teilnehmerin bzw. Teilnehmer erhalten Sie weiterhin vielfältige Einblicke in die konkrete Arbeit an den Fachschulen für Grundschulkindbetreuung und werden auch über mögliche Einsatzfelder sowie Entwicklungsmöglichkeiten der Absolventinnen und Absolventen im Anschluss an ihre Ausbildung informiert. Sie bekommen darüber hinaus die Möglichkeit, sich mit den Referentinnen auszutauschen und Ihre Fragen rund um den Schulversuch zu stellen.

Christine Hefer ist Referatsleiterin für die sozialpflegerischen, sozialpädagogischen Schulen sowie Schulen des Gesundheitswesens am StMUK und hat den Schulversuch initiiert.

Franziska Werner betreut als pädagogische Mitarbeiterin den Schulversuch am StMUK.

Theresa Vollath, Referentin am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB), begleitet den Schulversuch im Rahmen eines Arbeitskreises.

Lehrkräfte der städtischen Fachschule für Grundschulkindbetreuung München geben darüber hinaus Einblicke in die konkrete Arbeit an den Schulen.

Forum 11 - Partizipation im Hort? Durch offene Arbeit! (Dr. Monika Wertfein, IFP & Hort)

Partizipation ist ein Kinderrecht, aber auch eine pädagogische Herausforderung für alle Teams, die dieses Kinderrecht konkret umsetzen möchten. Was bedeutet es, wenn die Ideen und Fragen der Kinder im Vordergrund stehen? Welche Rahmenbedingungen sind notwendig? Wie können alle Kinder, aber auch alle Eltern und KollegInnen angemessen in kleine und große Entscheidungen einbezogen und „mitgenommen“ werden?

Das Fachforum befasst sich mit der Frage, wie Partizipation im Hort gelingen kann. Nach einem kurzen Einstiegsinput werden praktische Fragestellungen und Umsetzungserfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Vordergrund stehen. Angefragt ist hierzu auch eine Vertreterin eines Kinderhauses, das seit 2014 im Hort nach dem offenen Raumkonzept arbeitet – sie wird anschauliche Einblicke in die tägliche Praxis geben.

Dr. Monika Wertfein ist wissenschaftliche Referentin am Staatsinstitut für Frühpädagogik; im Rahmen ihres Arbeitsschwerpunktes „Inklusive Qualität in Kindertageseinrichtungen“ befasst sie sich mit Fragen der Inklusion und Partizipation im pädagogischen Alltag

NN (Vertreterin eines Hortes, das nach dem offenen Raumkonzept arbeitet)

Forum 12 - Zukunftsfähige Planungsmethoden und Finanzierungsmodelle für die Ganztagsbildung von Grundschulkindern (Hans-Jürgen Dunkl, StMAS & Michael Rißmann, StMUK)

Der Bund beabsichtigt, im Jahr 2025 einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für Schulkinder im Grundschulalter einzuführen. Damit können alle Eltern von Schulkindern im Grundschulalter ab 2025 von den Kommunen einen Ganztagsplatz für ihr Kind verlangen, der – so die Planungen des Bundes – ein Zeitfenster von 8 bis 16 Uhr an allen Unterrichts- und Ferientagen (abzüglich der üblichen Schließtagen) abdeckt. Damit stellen sich für die Kommunen viele Fragen:

  • Mit welchen Angebotsformen sollen sie arbeiten?
  • Mit welchem Bedarf muss ich rechnen?
  • Ändert sich die Finanzierung?
  • Wie sieht es mit den Elternbeiträgen aus?
  • Welche Räumlichkeiten eignen sich?
  • Wenn Fachkräfte fehlen, was dann?

Das Forum diskutiert mögliche Lösungsansätze und Strategien.

Michael Rißmann leitet im leitet im Bayerischen Kultusministerium das Referat für Ganztagsschule und Mittagsbetreuung.

Hans-Jürgen Dunkl leitet im Bayerischen Familienministerium das Referat Kinderbetreuung.

Staatsinstitut für Frühpädagogik

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